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Ihr Reiseführer für Ägypten

Der Kom Ombo Tempel


Der Kom Ombo Tempel befindet sich in der Stadt gleichen Namens in Oberägypten. Der Ort liegt ca. 50 Kilometer von Assuan entfernt am rechten Nilufer und ist heute bekannt für seinen Kamelmarkt.

In der ptolemäischen Zeit gewann die Ansiedlung an großer Bedeutung durch den Handel mit Gold, das in der östlichen Wüste abgebaut wurde. In altägyptischer Zeit hieß der Ort deshalb auch „Nubt“ (Stadt des Goldes). Die Wüstenstrasse führte von Kom Ombo zum Roten Meer.

Der Tempel liegt auf einer Erhebung am Nil, die ihm auch seinen Namen gab. Kom ist das arabische Wort für "kleiner Berg". Von dort hat man einen guten Ausblick auf die bewirtschafteten Felder und den Fluss.

 



In ptolemäischer Zeit wurde er als Doppelheiligtum erbaut, in dem der krokodilgestaltige Gott Sobek und der falkenköpfige Gott Haroeris verehrt wurden. Entsprechend seiner Funktion war der Tempel in zwei identische Hälften unterteilt. Die rechte Hälfte war Sobek gewidmet, die linke Haroeris.

 

Es gab also zwei Tempelhallen, zwei gemauerte Brunnen und einen Doppelgang, der während der griechisch-römischen Epoche hinzugefügt wurde. Auch zur Zeit des römischen Kaisers Tiberius hatte der Tempel sakrale Bedeutung.

Der Tempelkomplex und der Säulenhof waren von einer Umfassungsmauer aus Steinen umgeben. Man betrat den Tempel von der Nilseite her durch ein Doppelportal, zwei Pylonen, und gelangte in den Vorhof. In der Mitte befand sich ein Altar, von dem nur noch Überreste zu sehen sind. Vom Vorhof aus gab es zwei Eingänge in den Pronaos, die Vorhalle.

 

Dort kann man die drei mal fünf Säulen mit den bekannten Kompositkapitellen besichtigen. Von dort führte der Weg in die Säulenhalle, die mit zwei mal fünf Papyrusbündelsäulen ausgestattet war. Zwischen den beiden Durchgängen befindet sich ein Relief von Sobek in seiner Gestalt als Krokodil. Auf der nördlichen Wandseite gibt es eine Abbildung von Haroeris mit einem Sichelschwert.

Ab der Säulenhalle ist die Achsensymmetrie der Architektur unverkennbar. Durch drei weitere Vorsäle gelangte man schließlich in die beiden Heiligtümer. Einer dieser Vorsäle diente zu Opferzwecken, ein anderer war für Gastgötter vorgesehen.

Die beiden Sanktuare, die eigentlichen Tempelhallen, haben durchbrochene Rückwände und sind von einem umlaufenden Korridor umgeben.

Direkt vor dem Tempel stand ein Geburtshaus, von dem allerdings nur noch ein rudimentäres Relief erhalten ist, auf dem der Pharao Euergetes II. mit zwei Göttern auf einem Schiff durch Papyrussümpfe fährt.

 



Berühmt ist auch das sogenannte Instrumentenschrank - Relief. Dort sollen - doch das ist umstritten - Trepane, Messer aus Feuerstein, abgebildet sein, die in frühägyptischer Zeit neben anderen Funktionen zur Schädelöffnung verwenden wurden.

Der Sage nach sollen in den Tempelbrunnen die heiligen Krokodile gehalten worden sein. Naheliegender ist allerding, dass sie einfach zur Wassergewinnnung genutzt wurden und als "Nilometer". An der Brunnenwand ist eine Messlatte zu sehen, mit der der Wasserstand des Nils gemessen wurde. Je höher der Wasserpegel war, desto mehr Abgaben mußten die Bauern leisten, da die Äcker effizienter bewässert und bewirtschaftet werden konnten.

 



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