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Ihr Reiseführer für Ägypten

Der Chnum Tempel in Esna


Beim Besuch des Tempels von Esna begibt man sich auf eine Reise in die Zeit der Ptolemäer. Sie waren Ägyptens makedonisch-griechisches Herrschergeschlecht der Spätepoche. Mit dem Tod der letzten ptolemäische Königin, Kleopatra VII ging eine ganze Ära zu Ende.

 

Die ägyptischen Götter überdauerten zum größten Teil alle geschichtlichen Zeitabschnitte des ägyptischen Altertums und wurden deshalb auch noch zu Zeiten des griechischen Einflusses im Lande verehrt.

Der Gott Chnum fand seine Hauptsitze, die jeweils durch ein prächtiges Tempelgebäude repräsentiert wurden, auf der Nilinsel Elephantine und in Esna. Der Ort Esna liegt ungefähr 50 Kilometer südlich von Luxor und 155 Kilometer von Assuan entfernt, er war im Altertum eine der bedeutendsten Kultstätten Oberägyptens.

 

 

 

Auch war er Grundlage eines Handelsumschlagsplatzes und deshalb für Karawanen von großer Bedeutung. Überlieferungen besagen, dass die Göttin Nith hier in Fischgestalt auf die Erde kam um verehrt zu werden. Aus dieser Ableitung kann man bereits feststellen, dass um Esna herum verstärkt Fischerei betrieben wurde. Da Chnum den Hauptgott des Wassers und somit des Lebens im flüssigen Element darstellt wurde er als Patron von Esna hoch verehrt.

Chnum, der widderköpfige Gott galt als Herr über die Nilquellen. Die Fluten des Nils entschieden über Leben und Tod. Über Gedeihen und Verderben und somit galt Chnum auch als Schöpfergottheit. Im Glauben der alten Ägypter erschuf Chnum die Menschen aus Ton und hauchte ihnen Leben ein. Auf der Insel Elephantine wurden neben Chnum auch seine Frau Satet und seine Tochter Anuket verehrt.

Der einst prachtvolle Tempel des Chnum in Esna ist heute nur noch in Bruchstücken erhalten. Zudem sank in den vergangenen Jahrtausenden der Tempel so tief in den Bodengrund, dass der Eingang nur noch unterirdisch zu betreten ist. Im Vergleich liegt dazu das Dach des Tempels in der Gegenwart auf Straßenniveau.

 

Neun Meter unter der Erde kann man über eine steile Treppe das Innere des Chnum Tempels erreichen. In der dort anzutreffenden Säulenhalle kann man zuerst Relikte aus römischer Zeit bestaunen. An den Wänden findet man Abbildungen bekannter römischer Kaiser, die den ägyptischen Göttern Opfergaben darbringen. Unter anderem die Kaiser Domitian, Hadrian, Claudius, Vespasian und Trajan haben sich an den Hallenwänden für die Nachwelt verewigen lassen.

 

 

 

Interessant auch, das die Römer sich in altägyptischer Pharaonentracht abbilden ließen, vermutlich galt dies als besondere Darstellung der herrschaftlichen Würde und sorgte ebenfalls für das Vertrauen der Ägypter zu den römischen Herrschern. Dieser so genannte Hypostyl-Saal stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Chr. Und stellt den einzigen Teil des Tempels dar, der ausgegraben wurde.

 

Ältere Teile des Chnum Tempels sind derzeit leider nicht mehr zu besichtigen, sie liegen unter der Stadt begraben. Der Saal besteht aus 24 Säulen mit prächtigen Kapitellen in Form von verspielten Pflanzenkelchen, welche in ihrer Gesamtheit den Eindruck eines rankend umzäunten Gartens erwecken. Die einstige Pracht und Größe der Anlage lässt sich anhand dieses Eindrucks sehr gut erahnen.

 



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