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Ihr Reiseführer für Ägypten

Sehenswürdigkeiten- Abu Simbel


Die Tempelanlagen von Abu Simbel stehen ganz im Zeichen von Pharao Ramses II., der sich in Nubien, an den Grenzen seines Reichs ein steinernes Denkmal gesetzt hat. Abu Simbel konnte buchstäblich in letzter Minute vor den Fluten des Assuanstaudammes gerettet werden.

 

Die beiden Felstempel mussten zersägt und in 1036 Einzelteile zerlegt werden, die 180 Meter weiter und 64 m höher neu aufgebaut wurden. Damals (1964-1968) war das eine geradezu revolutionäre Leistung.

 



Pharao Ramses II. war ein grosser Bauherr. Er kam vermutlich nicht ganz legitim an die Macht, als er aber erst einmal dran war, regierte er 66 Jahre lang. Er war damit länger im Amt als Franz Joseph I. und Queen Victoria, nur Louis XIV. hatte ein längeres Dienstjubiläum.

 

Abu Simbel in Ägypten

 

Der Grosse Tempel von Abu Simbel ist ganz Ramses II. gewidmet. Vier 22 m hohe Kolossalstatuen des Pharaos schmücken die Front dieses Bauwerks. Ramses verherrlicht sich selbst als "Geliebter Amuns", "Sonne der Herrscher", "Geliebter Atums" und "Herrscher der beiden Länder" (Ober- und Unterägypten).

 

Die grosse Halle ist mit zahlreichen Abbildungen und Genremalereien geschmückt, die Ramses im Privatleben, auf der Jagd und im Krieg zeigen. Die Wandmalereien nehmen Bezug auf ein bedeutsames Ereignis: die Schlacht von Kadesch 1285. Chr. zwischen Hethitern und Ägyptern.

 

Es war eine der ersten Schlachten von welthistorischer Bedeutung, und die erste, die uns in allen Phasen erhalten ist. Übrigens auch das erste Beispiel von Geschichtsfälschung und Personenkult, denn beide Seiten reklamierten den Sieg. Ramses war damals noch ein junger Mann, und als die Hethiter in Syrien eindrangen, zog er ihnen entgegen. Am Orontes kam es zur Schlacht.

Beide Seiten hatten auf Streitwagen umgestellt, und in Abu Simbel wird wie in einem Comic Strip die Geschichte aus Sicht von Ramses geschildert. Da ist Pharao zu sehen, wie er auf seinem Wagen steht, umzingelt von hethitischen Streitwagen. Er wirft die Hethiter in den Orontes, die panisch fliehen.

 

Ramses trägt in den Inschriften mächtig dick auf: "Ich besiegte Millionen von Ländern, ich Ramses ganz allein- und ich bin auch kein Prahler. Ich war mit "Sieg von Theben" und "Mut ist zufrieden" zusammen, meinen großartigen Rossen. Bei ihnen fand ich Beistand und bei meinem Wagenlenker Menna, als ich inmitten fremder Länder war".

Ramses hatte allen Grund, seinen Pferden zu danken, die er selbst versorgen wollte, denn nur knapp war er einem Debakel entkommen. Er war eingekesselt worden, und mit einer riskanten Attacke konnte er noch ein Patt erreichen.

 

 

 

Der Pharao war aber auch ein guter Diplomat, und nach der Schlacht versöhnte er sich mit dem Hethiterkönig Hattusilis III. Dieser Vertrag war der erste Staatsvertrag der Weltgeschichte. Der Pharao besiegelte ihn, indem er eine Hethiterprinzessin heiratete, und der Frieden wurde 50 Jahre eingehalten. Bis heute dürfte das eine der längsten Friedensperioden sein, die der Nahe Osten je erlebt hat.

Der kleine Tempel von Abu Simbel ist Nefertari, der Lieblingsfrau Ramses II. gewidmet, die dort als "Grosse Gemahlin" tituliert wird. In den Hieroglyphentexten macht Pharao ihr viele schöne Komplimente. Isis versichert ihr ewiges Leben, da Osiris für sie gezeugt habe.

 

Nefertaris hoher Rang zeigt sich auch darin, dass sie bei Riten zu Ehren der Göttin Hathor abgebildet ist, was damals eher unüblich war. Ramses und Nefertari präsentieren sich sozusagen ganz intim als Privatleute. Der Kenner muss schmunzeln, wenn er Ramses Eigenlob liest.

 



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